Darko Dragičević (Medienkünstler, Filmemacher, Performer) & Joséphine Evrard (Choreografin)

Fr 14. Dezember 2018 | 19 Uhr | Hochschule für Grafik und Buchkunst, Festsaal (Wächterstraße 11)

Den Ausgangspunkt für die gemeinsame Forschung des Künstlers Darko Dragičević und der Choreografin Joséphine Evrard stellt die Umarmung während der ersten Begegnung der beiden dar. Ausgehend von diesem ersten Zusammentreffen widmen sie sich der Frage, welches Potential und welche Bedeutung als sowohl intensive physische als auch mentale Art des Aufeinandertreffens eine Umarmung haben kann. Ist es möglich, dass aus dem entstehenden Zusammengehörigkeitsgefühl ein dritter Körper erwächst? Durch den Akt der Umarmung kreieren die Umarmenden ein verbindendes Material, das wiederum selbst zum Akteur wird, zu beiden gehört, aber auch Teil des Raums und ein Teil der anderen Menschen in dem Raum ist.
In ihrem Forschungsprozess untersuchen Dragičević and Evrard die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen konzeptionellem Denken in Performance/Tanz auf der einen und den visuellen Künsten auf der anderen Seite. Sie bedienen sich dabei Methoden wie Fotografie, Kollagen und Zeichnungen aber auch Tanzbewegungen und stimmenbasierten Materials. Darüber hinaus haben sie Essays geschrieben und mit verschiedenen Schreibweisen von Sprache und Dichtung gearbeitet.
Aus dem gesammelten Material ist ein Instrumentenpool entstanden, aus dem die beiden Künstler Arbeitsmethoden entwickelten, welche sie im Lecture Workshop Towards Embrace mit dem Publikum teilen werden. Die Anwesenden sind dazu eingeladen sich aktiv an einigen ausgewählten Kreationspraktiken zu beteiligen, Fragen zu stellen und in Dialog mit den beiden Künstlern zu treten.

Darko Dragičević studierte bildende Kunst und visuelle Kommunikation am International College of Arts & Sciences in Mailand sowie Film an der New York Film Academy. Heute lebt er in Berlin und ist international als bildender Künstler und Filmemacher tätig. Dragičevićs Arbeiten sind größtenteils interdisziplinäre Projekte, in denen er sich auf die Suche nach fachübergreifenden Methoden begibt, die bildende Kunst, Film und Performance miteinander verbinden. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen präsentiert, darunter in der David Zwirner Gallery (NY), the Armory Show (NY) und der OTTO ZOO Gallery Milan. Dragičević Kurzfilme wurden auf verschiedenen Veranstaltungen und Filmfestivals gezeigt, u.a. am Goethe-Institut Kyoto, dem Frame Film Festival London oder am Deutschen Tanzarchiv Köln. Als Filmregisseur wurde er im Rahmen des 7. Bosifest – Belgrade International Film Festival of Persons with Disabilities, der 57. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen sowie beim Casa del Cinema in Rom ausgezeichnet. Darüber hinaus war Dragičević am TQW Tanzquartier Wien und an der Hochschule für Musik und Tanz Köln als Dozent tätig.

Joséphine Evrard, geboren 1974, wuchs in Frankreich auf, wo sie auch Tanz, Choreografie und Theater studierte. 1994 choreografierte sie ihr erstes Stück la matière de l’absent, dem weitere Solos wie etwa Not to be reproduced (1999) folgten. 1997 zog sie nach Berlin und entwickelte zahlreiche Projekte in Zusammenarbeit mit Andreas Müller, wie etwa la symphonie Obscène oder der Schwamm (2003). In den vergangen zehn Jahren konzentrierte sie sich mehr und mehr auf die Stimme als körperliches Instrument zwischen Sichtbarem und Hörbaren. Ihr letztes Stück Splet Okoliscin – Out of discord (2010) entstand in Zusammenarbeit mit der slowenischen Choreografin und Vokalistin Irena Tomazin. Als Tänzerin und Performerin arbeitete sie unter anderem zusammen mit Meg Stuart, Laurent Chétouane, Lole Gessler, Benoit Lachambre, Lindy Annis, Clément Layes und Laurie Young.

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Hier geht’s zum Trailer der Reihe:

Eine Veranstaltung des Zentrums für Bewegliches Denken in Kooperation mit 4fürTanz e.V., der HGB und der Schaubühne Lindenfels

Gefördert vom Kulturamt der Stadt Leipzig